Veranstaltungen

Freitag, 02.10.2026

Herbsttagung (Mitgliederversammlung)

9.00 Uhr – ca. 15.45 Uhr Hotel Prisma Neumünster
Max-Johannsen-Brücke 1
24537 Neumünster

zu Gast:

Martin Balasus MdL (CDU), Martin Habersaat MdL (SPD), Malte Krüger MdL (Bündnis 90/Die Grünen) Tobias von der Heide, Staatssekretär im MBWFK

Bei einem Willkommenssnack kamen die Mitglieder der DVSH am 2. Oktober 2026 im Hotel Prisma in Neumünster zu ihrer Herbsttagung zusammen – und waren schnell mitten im Gespräch. Trotz voller Terminkalender nahmen über 50 Schulleiterinnen und Schulleiter von Gymnasien sowie von Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe teil. Bei landesweit 100 Gymnasien und 44 Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe war damit mehr als ein Drittel aller Schulleitungen dieser Schularten vertreten. Auch die DVSH selbst wächst weiter: Inzwischen zählt sie über 71 Mitglieder.

Der Vorstandsvorsitzende Alexej Stroh eröffnete die Tagung und berichtete von den Gesprächen des Vorstands mit Ministerin und Staatssekretär, unter anderem zur Arbeitszeitstudie, zur APVO, zur KapVO und zu den schulischen Übergängen. Zudem gab er Einblicke in die Arbeit der Bundesdirektorenkonferenz (BDK), in deren Vorstand er die DVSH vertritt und so die Perspektive der Schulleitungen aus Schleswig-Holstein auf Bundesebene einbringt. Aus der Mitgliederumfrage ergaben sich die Schwerpunkte für den Austausch mit den Gästen: die Schulübergangsempfehlungen, schulferne Aufgaben, die Zusammenarbeit mit den Schulträgern und die Lehrkräfteausbildung.

Politik im Dialog: die bildungspolitischen Sprecher zu Gast

Martin Balasus (CDU), Martin Habersaat (SPD) und Malte Krüger (Bündnis 90/Die Grünen) stellten sich und die Ziele ihrer Parteien vor und den Fragen der Schulleitungen. Von FDP und SSW lag bis zur Tagung keine Rückmeldung vor.

Martin Balasus MdL (CDU)

Besonders lebhaft wurde über die Schulübergangsempfehlungen diskutiert. Gymnasien nehmen zunehmend Kinder auf, die den Anforderungen des gymnasialen Bildungsgangs nicht gerecht werden, und richten zusätzliche fünfte Klassen ein. Die Gemeinschaftsschulen kämpfen dagegen um den Erhalt ihrer Zügigkeit. Verbindliche oder abschlussbezogene Empfehlungen wären aus Sicht vieler Mitglieder ein Ausweg.

Martin Balasus berichtete, dass die CDU das Thema berate; verbindlichere Beratungsgespräche mit den Schulleitungen hält er für sinnvoll, eine Schulstrukturdebatte lehnt er ab. Martin Habersaat sieht mit Blick auf den Elternwillen bislang keine überzeugende Lösung, Malte Krüger will sich des Themas annehmen und die Gemeinschaftsschulen stärken.

Klare Worte fanden die Schulleitungen auch zum Schulbau: Die Vorstellungen der Schulträger über die räumlichen Bedarfe gehen weit auseinander. Die Schulleitungen wünschen sich deshalb eine verbindliche Schulbaurichtlinie.

Martin Habersaat warb für eine Schulbaugesellschaft nach Hamburger Vorbild. Malte Krüger stellte das im Koalitionsvertrag vereinbarte Musterraumprogramm möglichst noch für diese Legislaturperiode in Aussicht, gab aber zu bedenken, dass verbindliche Vorgaben finanzielle Verpflichtungen des Landes auslösen könnten. Martin Balasus versteht das Programm als Orientierungsrahmen; erste Gespräche laufen.

Martin Habersaat MdL (SPD)
Malte Krüger MdL (Bündnis 90/Die Grünen)

Wie kann Entlastung ohne zusätzliche Mittel gelingen? Diese Frage zog sich durch die Diskussion über neue schulische Aufgaben. Gewünscht wurden Ressourcen etwa für Vertretungsstellen, kritisch gesehen die Aufweichung der Kontingentstundentafel. Malte Krüger verwies auf bereits erhöhte Bildungsressourcen und regte an, künftig auch das Wohlbefinden in Schulen zu erfassen.

Martin Habersaat nannte Hamburg als Beispiel für zügig und mit Ressourcen umgesetzte Konzepte und kritisierte die kurzfristige Einführung der Demokratiestunde – die Martin Balasus als Angebot verteidigte, das alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I erreicht.

Im Gespräch mit Staatssekretär Tobias von der Heide

Wie schon im vergangenen Herbst suchte Staatssekretär Tobias von der Heide den direkten Austausch mit den Schulleitungen. Er kündigte ein Dashboard an, das das bisherige Schuldatenblatt ablösen soll, und berichtete von 200 zusätzlichen Stellen für das Vertretungskonzept sowie einer verbesserten Einstellungssituation.

Deutliche Kritik gab es zur APVO und zur KapVO: Die Stellungnahmen der DVSH seien unberücksichtigt geblieben, Stundenpläne hätten in den Ferien umgebaut werden müssen, und Mentorinnen und Mentoren seien erheblich zusätzlich belastet. Der Staatssekretär nahm die Kritik mit und kündigte u.a. Anpassungen an der KapVO an.

Staatssekretär Tobias von der Heide (CDU)

Ein Dauerthema bleibt die Belastung der Schulleitungen. Die Mitglieder forderten zusätzliche Entlastungsstunden, vor allem für Stufenleitungen. Der Staatssekretär verwies auf die geplante Arbeitszeitstudie: Mitbestimmung, Ausschreibung und Vergabe sollen noch in diesem Jahr erfolgen, danach wird die Arbeitszeit ein Jahr lang erfasst – ergänzt um den Blick auf 15 Schulen mit strukturierten Arbeitszeitmodellen. Die DVSH hatte bereits im Frühjahr deutlich gemacht, dass belastbare Befunde vorliegen und nun konkrete Entlastung folgen muss.

Weitere Themen waren der Erlass zum Nachteilsausgleich, das geplante Leitbild Digitalisierung und der Umgang mit immer komplexeren Elternschreiben, die mit KI erstellt werden. An den Schulübergangsempfehlungen will das Ministerium in dieser Legislaturperiode nichts ändern, die Kriterien für die Wahl der Schulart aber in den Blick nehmen.

Aus der Mitgliederversammlung

Die Mitglieder wählten einstimmig zwei Kassenprüfer. Weil in den kommenden Jahren einige Mitglieder des Vorstands ausscheiden, lädt der Vorstand interessierte Mitglieder herzlich zur Mitarbeit ein. Für die nächste Tagung hat Herr Kraft bereits zugesagt; Themenwünsche nimmt der Vorstand gern entgegen.


Die Herbsttagung hat erneut gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch mit Politik und Ministerium für die Schulleitungen ist. Zugleich wurde deutlich, dass bei der Lehrkräfteausbildung, der Verantwortung der Schulträger und vor allem bei der Entlastung der Schulleitungen weiterhin dringender Handlungsbedarf besteht. Die DVSH wird diese Themen auch künftig konstruktiv und mit Nachdruck in den Dialog einbringen, um gemeinsam mit allen Beteiligten die Bildung in Schleswig-Holstein weiterzuentwickeln.

Tagungen 2027:

Freitag, 21.5.2027: Frühjahrstagung in Neumünster

Freitag, 24.9.2027: Herbsttagung in Neumünster


Veranstaltungsarchiv:

Freitag, 06.03.2026:

Frühjahrstagung (Mitgliederversammlung)

9.00 – ca. 15.45 Uhr Nordkolleg Rendsburg
Am Gerhandshain 44
24768 Rendburg

Thema: Lehrkräftearbeitszeit / Arbeitsbelastung für Schulleitungen

zu Gast:
Dr. Frank Mußmann, ehem. Leiter der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften an der Georg-August-Universität Göttingen

Am 6. März 2026 trafen sich im Nordkolleg Rendsburg rund 50 Direktorinnen und Direktoren von Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe sowie Gymnasien zur Frühjahrstagung der Direktorinnen‑ und Direktorenvereinigung Schleswig‑Holstein. Im Mittelpunkt stand das drängende Problem der fehlenden Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte und Schulleitungen, welche erheblich zur Transparenz der tatsächlichen Arbeitsbelastung beitragen würde und eine echte Chance böte, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Dr. Frank Mußmann (Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften, Universität Göttingen) lieferte den entscheidenden Impuls: Anhand seiner umfangreichen Forschung zeigte er, dass eine systematische, digitale Erfassung der Arbeitszeit nicht nur notwendig, sondern auch praktisch umsetzbar ist. Seine Ergebnisse belegen, dass ein erheblicher Teil der Lehrkräfte – insbesondere Teilzeitkräfte – und auch die meisten Schulleitungen regelmäßig über die tariflich festgelegten Soll‑Stunden hinaus arbeiten und damit die Grenzen des Arbeitsschutzes überschreiten.

Die Tagung verdeutlichte, dass in Schleswig‑Holstein bislang kein verbindliches System zur Erfassung der Arbeitszeit von Lehrkräften existiert. Das traditionelle Deputatsstunden‑Modell erfasst lediglich die reine Unterrichtszeit, während beispielsweise außerschulische Aufgaben wie Korrekturen, Projektarbeit oder administrative Tätigkeiten völlig unberücksichtigt bleiben.

Mehrere bereits veröffentlichte Studien untermauern die Dringlichkeit eines solchen Systems:

  • Mußmann et al. 2016 (Niedersächsische Arbeitszeitstudie) – Lehrkräfte arbeiten im Durchschnitt über den Soll‑Stunden; digitale Erfassung ist machbar.
  • Hardwig & Mußmann 2018 – Hohe Streuung der Jahresarbeitszeit; viele Lehrkräfte überschreiten regelmäßig 48 Stunden pro Woche.
  • Mußmann et al. 2022 – Teilzeitkräfte tragen disproportional zur Mehrarbeit bei; durchschnittlich 1‑3 Stunden Mehrarbeit pro Woche.
  • Studie der Universität Göttingen 2023/2024 – Berliner Lehrkräfte arbeiten im Schnitt über 50 Stunden pro Woche: „Jede Stunde zählt“ – Forderung nach flächendeckender Zeiterfassung und entsprechenden Entlastungsmaßnahmen.
  • Initiative Sachsen 2024/2025 – Das Staatsministerium für Kultus hat eine umfassende Arbeitszeituntersuchung der sächsischen Lehrkräfte durchgeführt. Ziel ist, die Unterrichtsversorgung und –qualität langfristig zu sichern und zu prüfen, ob die Jahresarbeitszeit den vielfältigen Anforderungen des Lehrerberufs gerecht wird.
  • Bremen‑Pilotprojekt 2026 – Bremen plant als erstes Bundesland ein Pilotprojekt zur digitalen Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte, das zum Schuljahr 2026/2027 eingeführt werden soll. Nach Verzögerungen und rechtlicher Auseinandersetzungen wird der Fokus auf eine Pilotphase an ausgewählten Schulen gelegt. 

Gerichtliche Urteile zum Thema Arbeitszeiterfassung liegen bereits vor und belegen die Rechtsverbindlichkeit einer lückenlosen Zeiterfassung. Diese Entscheidungen zeigen auf, dass die Einführung eines solchen Systems nicht nur empfehlenswert, sondern gesetzlich gefordert ist. Ziel ist es auch, Überlastungen durch Mehrarbeit transparenter und nachweisbarer zu machen:

  • EU‑Gerichtshof 2019 – Verpflichtet Arbeitgeber zur objektiven, zuverlässigen Zeiterfassung.
  • Bundesarbeitsgericht 2022– Bestätigt die Pflicht zur täglichen Arbeitszeiterfassung für alle Beschäftigten, inklusive Lehrkräfte.

Die Mitglieder der Direktorinnen‑ und Direktorenvereinigung Schleswig‑Holstein sind nach dem eindrucksvollen Vortrag von Dr. Mußmann – basierend auf den wissenschaftlich fundierten Studien –  zu dem Schluss gekommen, dass bereits ausreichend belastbare Evidenz vorliegt. Weitere groß angelegte Studien würden keine neuen Erkenntnisse bringen, sondern lediglich Ressourcen binden. Stattdessen muss jetzt gehandelt werden. Schleswig‑Holstein braucht keine weitere Bestätigung bereits bekannter Befunde, sondern konkrete Schritte zur Entlastung von Lehrkräften und Schulleitungen sowie zu einer realistischen und gerechten Steuerung schulischer Arbeit.

Das Bundesland Bremen hat mit seiner Pilotphase gezeigt, wie ein digital unterstütztes Erfassungssystem praktisch umgesetzt werden kann; Sachsen befindet sich auf dem Weg, die Notwendigkeit durch die Prognos‑Studie zu untermauern. Schleswig‑Holstein steht also vor der Aufgabe, ein vergleichbares Erfassungssystem einzuführen, um schulische Arbeit von Lehrkräften und Schulleitungen realistischer und gerechter zu steuern, den Gesundheitsschutz zu stärken und die Unterrichtsqualität nachhaltig zu sichern.


Freitag, den 10.10.2025:
Herbsttagung (Mitgliederversammlung)

9.00 – ca. 15.45 Uhr Best Western Hotel Prisma
Max-Johannsen-Brücke 1
24537 Neumünster

Thema: Aufgabenvielfalt von Schulleitungen / Zeitressourcen für Schulleitungen

zu Gast:
Tobias von der Heide, Staatssekretär im MBWFK

Über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter auch viele Schulleitungen von Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe, nahmen an der Herbsttagung 2025 der DVSH zum Themenkomplex „Aufgabenvielfalt von Schulleitungen / Zeitressourcen für Schulleitungen“ im Best Western Hotel Prisma in Neumünster teil. Der Blick aus zwei Schulsystemen erwies sich erneut als gewinnbringend. Die Herbsttagung begann mit der Präsentation der Ergebnisse einer Umfrage zum Thema „Aufgabenvielfalt und Zeitressourcen von Schulleitungen“, an der knapp 70 Schulleitungen von Gymnasien und Gemeinschaftsschulen teilgenommen haben. Eine Aussage aus der Umfrage, die die Herausforderungen der Schulleitungen verdeutlicht, lautet: „Wie gelingt mir im Rahmen meiner menschlichen Ressourcen der immer schmerzhafter werdende Spagat zwischen pädagogischen Wirken und dem Verwalten einer Organisation, die ich entwickeln möchte?“. Diese Frage spiegelt die Sorgen und Herausforderungen wider, mit denen Schulleitungen konfrontiert sind, und unterstreicht die Notwendigkeit, Lösungen für diese Probleme zu finden.

Der Staatssekretär im Bildungsministerium, Tobias von der Heide, begleitet von Ministerialrat Dr. Kai Niemann, nahm als eingeladener Gast an der Herbsttagung 2025 der DVSH teil. Im Rahmen dieser Veranstaltung hielt er einen kurzen Impulsvortrag. Dabei stellte er die Grundlinien der Bildungspolitik Schleswig-Holstein vor, die unter anderem die Bildungsstrategie 2035, die Reduzierung der Schulabgänger ohne Abschluss, die Bekämpfung des Absentismus und die Demokratiebildung umfasst. Der Staatssekretär betonte, dass die Schulleitungen die tragenden Säulen für die Schulentwicklung der Schulen darstellen und sich mit sehr hohem zeitlichen Aufwand dafür engagieren.

Im Anschluss an den Vortrag fand ein offener Austausch mit den anwesenden Schulleitungen statt, bei dem unter anderem die Kommunikation zwischen dem Ministerium und der Schulleitungsebene, die Zeitressourcen von Schulleitungen und die Gesundheit der Lehrkräfte diskutiert wurden. Staatssekretär von der Heide betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium und den Schulen. Die Zukunft der Schule in Schleswig-Holstein und die Herausforderungen der digitalen Welt standen dabei in seinem Fokus. In diesem Zusammenhang spielte das Rahmenkonzept 2025 mit dem Orientierungsrahmen zum neuen Schuljahr, das das Bildungsministerium herausgegeben hat, um die Schulen bei ihrer Entwicklung und Anpassung an die zukünftigen Herausforderungen zu unterstützen, eine wichtige Rolle. Ein zentrales Anliegen der Schulleitungen war die Arbeitsbelastung und die Frage nach einer Arbeitszeiterfassung. Dieser Themenkomplex wird auf der Frühjahrstagung der DVSH 2026 in Arbeitsgruppen aufgegriffen, um konkrete Arbeitsplatzbeschreibungen für Schulleitungen und erweiterte Schulleitungen zu erarbeiten – ein Entwurf, der dem Ministerium als Vorlage dienen soll.

Während des Mittagessens nutzten die beiden Gäste aus dem Bildungsministerium die informelle Atmosphäre, um in persönlichen Gesprächen vertiefende Fragen zu klären und den offenen und konstruktiven Dialog mit den Teilnehmenden zu stärken sowie Meinungen und Ideen zu teilen.


Die Veranstaltung hat erneut deutlich gemacht, dass der Dialog unter den Schulleitungen und dem Ministerium insbesondere in Zeiten zunehmender Aufgabenvielfalt, von großer Bedeutung ist. Die Gesprächsergebnisse haben zudem dargelegt, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um den Schulleitungen, die eine zentrale Rolle in der Schulentwicklung spielen, ausreichende Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Nur so kann der Bildungsauftrag erfolgreich vorangetrieben werden. Die Schulleitungen bleiben trotz dieser Herausforderungen hoch motiviert und engagiert, um gemeinsam mit allen Beteiligten an der Weiterentwicklung und Stärkung der Bildung in Schleswig-Holstein zu arbeiten.

Freitag, den 4.4.2025:
Frühjahrstagung (Mitgliederversammlung)

9.30 – ca. 15.30 Uhr Best Western Hotel Prisma
Max-Johannsen-Brücke 1
24537 Neumünster

zu Gast:
Alexander Kraft, Abteilungsleiter der Abteilung 3 im MBWFK

Am 4. April 2025 fand die erste Frühjahrstagung der Direktorinnen- und Direktorenvereinigung Schleswig-Holstein (DVSH) seit ihrer Neugründung im Hotel Prisma in Neumünster statt. Diese Veranstaltung markierte einen bedeutenden Meilenstein für unseren jungen Verein, der erst am 7. Februar 2025 ins Leben gerufen wurde. Besonders erfreulich ist, dass die Mitgliederzahl bereits auf 63 gestiegen ist. Die Tagung wurde vom Vorstandsvorsitzenden Alexej Stroh eröffnet, der einen Überblick über die Tagesordnung gab. Der Bericht des Vorstandes umfasste unter anderem die Hintergründe zur Vereinsgründung. Zudem wurden Gespräche mit dem Ministerium thematisiert, darunter Berichte über Aussprachen mit Frau Ministerin Prien, Frau Staatssekretärin Dr. Stenke, und Herrn Kraft zu geplanten Verordnungen, Erlassen (u.a. zur Lehrkräfte-Ausbildungsverordnung, zum Klassenarbeitserlass, zur Dienstvereinbarung Abordnung Plus) und zu Neustrukturierungen der Schulaufsicht.

Besonders hervorzuheben ist der Besuch von Herrn Alexander Kraft, Leiter der Abteilung 3 im MBWFK, sowie der Schulaufsichten Silke Rohwer und Dr. Kai Niemann. Herr Kraft wurde eingeladen, um sich intensiver über die Weiterentwicklung der Schulaufsicht in Schleswig-Holstein austauschen zu können. Dieser offene Dialog war insbesondere deshalb von Bedeutung, da der Vortrag von Herrn Kraft auf der Schulleiterdienstversammlung am 21. März viele offene Fragen aufgeworfen hatte. Um diesen Tagesordnungspunkt vorzubereiten, hatte der Vorstand der DVSH Fragen formuliert, die im Vorfeld der Mitgliederversammlung an die Mitglieder und Herrn Kraft verteilt wurden. In einem Impulsvortrag erläuterte Herr Kraft den Transformationsprozess im Bildungsbereich und die Rolle der Schulaufsicht. Wichtige Punkte seines Vortrags waren die gesetzlich verankerte Eigenverantwortlichkeit der Schulen in Schleswig-Holstein, die Notwendigkeit der Vernetzung mit anderen Institutionen und der Schulaufsicht sowie der Wunsch nach einem konstruktiven Dialog und die Förderung von Schulentwicklungsprozessen. Aus den Reihen der Mitglieder wurden viele kritische Fragen gestellt, denen sich Herr Kraft, Frau Rohwer und Herr Dr. Niemann stellten.

Im Zusammenhang mit dem Klassenarbeitserlass und der dazugehörigen Anhörung wurde intensiv über eine mögliche Stellungnahme diskutiert. Dabei wurde insbesondere die Reduzierung der Leistungsnachweise im Wahlpflichtunterricht und in der dritten Fremdsprache als sinnvoll erachtet. Ebenso wird eine Orientierung der Leistungsnachweise an der Stündigkeit der Fächer befürwortet. Unverständlich erscheinen jedoch die Unterschiede bei den GemSO hinsichtlich der Anzahl der Leistungsnachweise in der Sekundarstufe I. Die DVSH, DVA und ALG planen, im Rahmen der Anhörung jeweils eigene Stellungnahmen zu verfassen.

Die Schulleitergesundheit soll als zentraler Themenschwerpunkt der kommenden Herbsttagung in den Fokus rücken. Dies ist besonders bedeutsam, da Schulen zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert sind, die weit über das traditionelle Verständnis von Unterricht der vergangenen Jahrzehnte hinausgehen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind ausreichende Ressourcen und der Einsatz multiprofessioneller Teams unerlässlich. Gleichzeitig gewinnt digitale Unterstützung immer mehr an Bedeutung, um der Vielfalt an Schulen sowie der heterogenen Schülerschaft gerecht zu werden und die Lernförderung zu optimieren (siehe hierzu auch die Cornelsen Schulleiterstudie). Der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 13. Dezember 2024, der den „Orientierungsrahmen zur Qualifizierung von Schulleitungen“ umfasst, verdeutlicht zudem die vielfältigen Aufgabenbereiche der Schulleitungen. Diese sind mit den derzeit verfügbaren Ressourcen nicht angemessen zu bewältigen, was der Schulleitergesundheit erheblich abträglich ist.

Die Frühjahrstagung war ein erfolgreicher Auftakt für die zukünftige Arbeit der DVSH und verdeutlichte einmal mehr, dass die Vernetzung der Schulleitungen und das gemeinsame Agieren in einer großen Gruppe von entscheidender Bedeutung sind und in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen werden. Wir blicken mit Vorfreude auf die weitere Zusammenarbeit und die bevorstehenden Herausforderungen. Die Tagung fand ihren Abschluss in einem kleinen Sektempfang, der den Teilnehmern die Möglichkeit bot, sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen.